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Die Zither - über althd. Ziterâ aus lat. Cithara bzw. griech. kithara - umfaßt als Sammelbegriff alle Instrumente, bei denen die Saiten parallel zum Resonator verlaufen.
Ausgangspunkt unserer jetzigen Zither ist das Monochord der griechischen Antike, ursprünglich ein rechteckiger Kasten mit einer durch Gewicht oder Wirbel gespannten Saite über einem verschiebbaren Holzsteg.
Aus diesem entwickelte sich im 16. Jahrhundert eine Art Kastenzither, bei der einige Saiten auf einem Griffbrett zu verkürzen, die anderen nur leer spielbar waren.
Dieses im deutschsprachigen Raum genannte Scheitholt sollte nach M. Praetorius "billich unter die Lumpen Instrumenta referiret" werden (Abbildung: keilförmiges Scheitholt).
Um die Mitte des 18. Jahrhunderts entstand durch allmähliche Vergrößerung des Schallkörpers und durch Anbringen eines selbständigen Griffbrettes aus dem Scheitholt die sogenannte "Kratzzither".
Diese mit Tremoloanschlag zu spielende Kratzzither behielt anfänglich noch die übliche Rechteckform des Scheitholt.
Um die Wende des 18. zum 19. Jahrhunderts entwickelten sich kastenförmige Kratzzithern mit einseitiger ("Salzburger" Form) oder beidseitiger ("Mittenwalder" Form) Ausbauchung.
Die Stimmung des Saitenmaterials scheint im wesentlichen die der älteren Scheitholte gewesen zu sein.
Doch findet sich schon bei vielen Kratzzithern für die Melodiesaiten die später üblich gewordene Quintenstimmung, entweder in a' d' oder, bei doppelchörigem Bezug, in a' a' d' d gestimmt.
Im 18. Jahrhundert waren sogar schon einzelne Kratzzithern mit 3 Melodie- und 8 bis 12 Begleitsaiten anzutreffen.
Die Anzahl der stets in ein besonders aufgelegtes Griffbrett eingelassenen Bünde kam über 14 noch nicht hinaus.
(Abbildung: rechteckförmige Kratzzither)
Wann der Übergang der Kratzzither zur Schlagzither, der eigentlichen Vorläuferin unserer heutigen Zither, erfolgte, läßt sich nicht genau nachweisen.
Tatsächlich findet man Schlagzithern schon in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
In der weiteren Entwicklung der Zither hatte sich das Bestreben nach einer zunehmenden Beherrschung des Tonmaterials durch die einzelnen Finger abgezeichnet.
Dies bedeutete die Aufgabe der bisher üblichen Tonerzeugung mittels Plektrons.
Die Melodiesaiten wurden nunmehr mit einem Daumenring geschlagen.
Dabei wurde der doppelchörige Bezug wieder aufgegeben, so daß die Griffbrettbesaitung entweder a' d' g oder gelegentlich schon a' a' d' g lautete.
Der Übergang zur Schlagzither war auch mit einer erheblichen Vermehrung der Freisaiten verbunden.
Die Begleitsaiten wurden gezupft und nicht nur ohne Begleitakkorde, sondern auch polyphon, wie bei Psalterien, gespielt.
Die Schlagzither war jedoch Ende des 18. Jahrhunderts noch ein bescheidenes und mangelhaftes Instrument.
Spieltechnisch war sie meist nur für 3 Tonarten eingerichtet.
Das Bündegriffbrett mit seinen nur 14 Tönen war immer noch diatonisch und zumeist waren nur 3 Greifsaiten vorhanden.
Die Stimmung ihrer Begleit- und Baßsaiten war vollkommen systemlos und willkürlich.
Wohl nicht zuletzt deshalb rangierte die Zither noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts unter der sogenannten musica irregularis.
(Abbildung: kastenförmige Schlagzither mit einseitiger Ausbauchung)
Der Münchner Nikolaus Weigel (1811-1878) schuf für die Freisaiten eine Normalbesaitung nach dem Quart-Quintenzirkel.
Diese veröffentlichte er zuerst in seiner Zitherschule 1838.
Der Weigelsche Quart-Quintenzirkel schreitet vom Ton c aus in Quintensprüngen in die Oberdominanten c' g' d' a e' h fis cis' gis und in Quarten in die Subdominanten c' f' b es' (as-des'), so daß sich als Baßmaterial des sog. 1. Quintenzirkels bekanntlich die Reihenfolge ergibt: es' b' f c' g d' a e' h fis cis' gis.
Dies ist eine geschlossene Reihe von 12 Halbtonschritten von fis bis f.
Die Zahl der Begleitsaiten wurde auf 28 festgesetzt.
Ebenfalls zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Bedienung des Instruments "zithergemäß", d.h. Greiftätigkeit der linken und Anschlagtätigkeit der rechten Hand.
Die erste Konzertzither wurde 1862 von Max Amberger in München gebaut. Er wandte neuzeitliche Konstruktionsprinzipien an und schuf ein Instrument mit durchlaufender Griffbrettchromatik und verlängerter Mensur und erzielte damit bedeutsame klangliche Verbesserungen.
(Abbildung: Konzertzither)
Um ein Ensemble von einheitlichem und großem Tonumfang zu schaffen, wurde die Zither-Familie erweitert.
Zur Diskantzither gesellt sich seit 1851 eine Alt- oder Elegiezither (G. Tiefenbrunner), ein Instrument mit verlängerter Mensur und veränderter Stimmung (1 Quarte tiefer).
Um 1930 schuf A. Meinel sen. in Markneukirchen eine Quintzither (1 Quinte höher) und eine Baßzither (1 Oktave tiefer).
Seit 1877 wurden verschiedene Zitherformen mit 40-42 Saiten und einem Korpus mit Harfenhals und Baronstange gebaut: Normalzither, Perfektazither, Reformzither.
Die gängigsten Zitherformen sind heute die Schülerzither mit 32 Saiten, die Konzertzither, mit 36 bis 38 Saiten und die Harfenzither, auch Harfen-/Luftresonanzzither genannt, mit 40 bis 42 Saiten.
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